Archiv für Januar 2009

Jaja, Moden ändern sich, das ist nichts neues. Aber das hier scheint eher von einem anderen Stern als aus einer anderen Epoche zu kommen.

via Fontblog

Aus der Onlineausgabe der TAZ von heute: Seit 1991 haben die zahlreichen Konflikte im Nahen Osten 9,24 Billionen Euro (12 Trillionen Dollar) gekostet. Ausgerechnet hat das eine asiatische Expertenkommission.
Nun sollte jemand wie ich, dessen mathematische Fähigkeiten schon beim Wechselgeldabzählen voll an die Belastungsgrenze gefahren werden, sich nicht all zu laut über Rechenfehler anderer lustig machen,
aber: 9,24 Billionen Euro = 12 Trillionen Dollar? Wirklich?

Wenn man sich die Benamsung von Versicherungen anschaut, so fällt auf dass hier fast ausschliesslich Fantasiekreationen verwendet werden. “Iduna Nova”, “Allianz”, “Agrippa”. Manchmal lassen sich auch die Namen aus dem Standort der Versicherung ableiten, zB. bei der “Würtembergischen Versicherung”. Sehr selten findet man hingegen bei der Firmenbezeichnung den Familiennamen des Gründers wieder – soweit verständlich, denn nicht jeder hat einen Nachnamen, der die mit Versicherungen assoziierten Werte transportiert. Andererseits gibt es natürlich auch Familiennamen die so wunderbar sind, dass man quasi gezwungen ist sein Unternehmen nach ihnen zu benennen.

Amerikanische japanische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Teenager, die nicht regelmäßig Frühstücken früher Sex haben. Jetzt mag sich mancher denken, “klar, wer sich morgens nicht lange mit Müsli und Toast beschäftigt, kann schneller wieder ficken” – aber hier ist nicht die Tageszeit gemeint, sondern es geht um die Lebensjahre. Also: Kein Frühstück = früher keine Jungfrau (-Mann) mehr.

So weit, so blöd. Was ich bei diesem- und unzähligen anderen Berichten nicht verstehe, sind die sinnfrei hergesuchten Zusammenhänge: Es gibt in dem Artikel viele unbeholfene Erklärungsversuche, aber auf die Idee einen Schritt tiefer zu gehen – und zu kucken, ob nicht vielleicht sowohl früher Sex als auch ein eher ungeregelter Tagesablauf auf einen niedrigen Sozialstatus zurückzuführen sind und somit dort die Ursache für beide Auswirkungen zu suchen ist, kommt wieder mal keiner. Nach dem gleichen Prinzip funktionieren unzählige Medienberichte: Es gibt irgendwo ein Bergvolk, das eine Besonders hohe Lebenserwartung genießt? Toll, da machen wir doch einen Bericht über die Zusammenhänge zwischen den Metern über NormalNull und der Lebenszeit. Moment, das Bergvolk lebt überwiegend in Fachwerkhäusern? Toll, dann sind Fachwerkhäuser also lebensverlängernd! Unendliche Möglichkeiten … wenn man nur wenig genug nachdenkt.

Nun bin ich durch eigene Erfahrung und einen verlorenen Prozess ein etwas gebranntes Kind, was das den Berufsstand des Maklers angeht, aber noch einen ipod könnte ich natürlich gut … nöö, eigentlich nicht wirklich. Also auch egal. Es gibt da jedenfalls diese Aktion von Immonet, die jedem Blogger, der auf ihre Seite verweist, die Möglichkeit einen Ipod zu gewinnen in Aussicht stellt. Was ich hiermit getan habe.
Gerne verweise ich auch auf den (nebenbei viel lustigeren) Artikel zum Thema bei Spreeblick Die Titanic-Aktion “RDM – Der Kampf geht weiter” (die mit dem hippen RAF-Shirt) hätte ich noch lieber verlinkt, aber leider findet sich davon nichts im Netz. Wie dem auch sei: Da ich persönlich der Meinung bin, das man den Beruf des Maklers auf dieser Welt etwa ähnlich dringend wie den des Telefondesinfizierers braucht, werde ich den ipod (sollte ich ihn denn gewinnen) bei Ebay versteigern – und den Gewinn dem Mieterschutzbund zukommen lassen.