“Darwin-Gegner gibt es nicht nur in den USA: Auch in Europa machen Hardcore-Kreationisten und Intelligent-Design-Anhänger Boden gut – und kämpfen dafür, ihre Ansichten auf die Bio-Lehrpläne zu bringen. Die seriöse Wissenschaft reagiert viel zu passiv auf die Erfolge der Fundamentalisten.” So die Subline zu- und der Grundtenor von einem Artikel bei Spon.
Meine persönliche Einschätzung dazu ist: der gemeine Wissenschaftler weiß mit seiner Zeit vermutlich besseres anzufangen, als auf offenkundigen Schwachsinn einzugehen.
In der heutigen Zeit beschränken sich die Religioniker ja normalerweise wohlweislich auf die klassischen logischen Pattsituationen a lá: “Es kann einen Gott im Himmel/ein Leben nach dem Tode/das Paradies/Ewige Verdammnis geben – da ihr nicht das Gegenteil beweisen könnt, ätsch.”
Mit dem Kreationismus hingegen nimmt eine neue und beispiellose Geschichte ihren Anfang: da wird versucht Dinge, die allgemein als wissenschaftlich bewiesen gelten, zu widerlegen – Nicht durch Argumente, sondern durch “Glauben”. Wie soll man dagegen argumentieren? Wer jemals mit einem Kind diskutiert hat, das sich vor Monstern unterm Bett fürchtete, weiß was ich meine. Man kann nicht gewinnen, denn es ist: Kompletter Blödsinn – bei Kindern irgendwie süß und verzeihlich, bei Erwachsenen bedenklich.
Trotzdem: warum sollte ein Biologe dagegen argumentieren? Creationisten sind ein Fall für Psychiater, nicht für Biologen.
PS: Auch wenn ich den Artikel bei Spon gar nicht mal übel fand, war ich doch überrascht von der immensen Geschwindigkeit, die Spon der Wissenschaft zutraut:
“Wissenschaft kann manchmal sehr schnell gehen”, sagte Claus Wedekind, Evolutionsbiologe von der Universität Lausanne. Teilweise so schnell, dass Wissenschaftler sie schon innerhalb einer Menschengeneration beobachten können.

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